Damit die Kriege in der Welt aufhören können, muss zuerst der Krieg der Geschlechter in unseren Seelen aufgelöst werden. In der letzten Aufstellung haben wir dieses Thema auf einer tiefen Ebene bearbeitet und ein sehr lange zurückliegendes Trauma angeschaut.
Diesmal gingen wir hier weiter auf einer Ebene, die schon viel näher an unserem konkreten Leben war, mit dem Fokus: Als Mann in seiner Männlichkeit und als Frau in ihrer Weiblichkeit willkommen sein.
Die lange Zeit der fehlenden Harmonie zwischen Männern und Frauen hat tiefe Spuren in unseren Seelen und Ahnenreihen hinterlassen. Dementsprechend ließen diese sich weder leicht noch schnell auflösen.
Aufstellungsbeginn: Die Frau / die Frauen / das Weibliche, der Mann / die Männer / das Männliche
Der Mann: Mit dem Männlichen stehe ich hier ganz am Rand. Ich kann es auch nicht auf authentische, gesunde, liebevolle Weise leben. Stattdessen bilde ich Blasen von Wichtigkeit, etwas darstellen wollen, Selbstwert aus äußerem Erfolg beziehen, etc. (Hier gehört auch der Wunsch hin, Macht und Imperien aufzubauen, Kriege zu führen, um die männliche Kraft zu leben und zu spüren).
Es ist auch irgendwo tiefer Schmerz und große Angst zu spüren.
Die Angst ist die Angst, vom Weiblichen / der Frau / der Mutter abgelehnt zu werden.
Die Frau: Sie wirkt nicht wirklich weiblich, sondern eher unzugänglich. Sie hat eine Ablehnung dem Männlichen gegenüber, die aus ihrer eigenen Angst und aus ihren erlebten Traumata kommt. Sie soll sie vor dem Männlichen schützen, aber sie bewirkt tatsächlich das Gegenteil: nämlich ein ewiges Pingpong von Traumata und Verletzungen, die zwischen der Frau und dem Mann schon lange hin und her gehen. Dieses Hin- und Her von Verletzungen hat tiefen Schmerz hinterlassen.
In der Aufstellung nehmen wir zunächst hinzu als homöopathische Mittel: die potenzierten und damit transformierten Geschlechtskrankheiten als sogenannte Nosoden und Sperma und Menstruationsblut in der richtigen Potenz und Verreibestufe.
Wir nehmen in der Aufstellung noch das heile Weibliche und das heile Männliche dazu, sowie den Jungen und das Mädchen. Aber es zeigt sich, dass eine Heilung nicht einfach und schnell geht, sondern Zeit und viele Schritte braucht.
Der Mann kann sich mit dem heilen Männlichen verbinden und in einen inneren Prozess gehen, der ihn ein Stück weiterführt.
Die Frau tut sich sehr schwer. Als der Junge und das Mädchen da sind, kommt sie sofort in die Mutterrolle, in der sie sich sicher fühlt. Nur nach und nach kann sie die Ablehnung des Männlichen zugunsten eines besseren Weges der inneren Heilung und Verbindung mit ihrer gesunden Ich-Kraft aufgeben.
Dem Mädchen geht der Prozess der Erwachsenen viel zu lange und es versteht nicht, was da so kompliziert ist. Es ist ganz erschöpft und trägt viel von der Frau.
Der Junge sieht zwar den erwachsenen Mann, kann aber darin anfangs kein Vorbild für eine authentische Männlichkeit finden. Er sehnt sich nach einem solchen Vorbild und möchte mit diesem in den Wald gehen, ein Haus bauen etc.
Es zeigt sich noch eine abgespaltene Wut. Es ist die Wut des Mannes, der Frau, nicht willkommen, unterstützt und geachtet zu sein in ihrer Qualität. Sie konnte sich noch nie in einem neutralen, geschützten Raum zeigen und liebevoll wahrgenommen werden. Jetzt war aber dafür ein Raum. Der Mann konnte sich irgendwann zu ihr stellen und dann ging es ihr viel besser.
Die Frau brauchte länger dafür, aber irgendwann konnte sie auch ihre Wut zu sich nehmen. In der Wut steckte ihre ursprüngliche Lebendigkeit und Lebenslust. Darüber konnte sie dann auch mit dem Kind in sich, dem Mädchen, in Kontakt gehen.
All diese Schritte brauchten immer wieder Zeit für die Prozesse, die auf emotionaler und körpernaher Ebene abliefen. So kamen wir in dieser Aufstellung am Ende nicht bis zu einem harmonischen Schlussbild, waren aber dankbar, für die Schritte, die hier geschehen konnten. Dieser Weg wird sich sicher aber noch fortsetzen.